oder: Was Du schon immer über AMIGA-(Lizenz-)Schallplatten wissen wolltest.

Frank Duval – Greatest Hits (1988)

AMIGA LP 856343
(1 Exemplar – unverkäuflich)

Mit zusätzlichen Informationen zur Original TELDEC-LP „Face To Face“ (1982) und „Die größten Erfolge“ (1985).

Vorbetrachtung

Das „Kuriose“ an dieser AMIGA-Lizenz-LP ist, dass es beim Lizenzgeber TELDEC zwei LPs ähnlicher Art gibt.

Zum Einen „Die größten Erfolge“ aus dem Jahr 1985 und „Face To Face“ aus dem Jahr 1982.

Der AMIGA-Titel „Greatest Hits“ lässt auf den ersten Blick auf die drei Jahre alte TELDEC-LP „Die größten Erfolge“ schließen, wurden doch augenscheinlich die ersten 5 Lieder der Seite A übernommen. Tatsächlich ist die AMIGA-LP aber absolut identisch mit der noch drei Jahre älteren LP „Face To Face“ – selbst die Titelreihenfolge und das Cover – bis auf zwei Kleinigkeiten: Das TELDEC-Cover ist mehr in einem Grauton gehalten (siehe Plakate am Stromkasten) und bei AMIGA ist der Lichteinfall durch das „Mauerloch“ auf dem Pflaster (rechts untere Hälfte) sichtbar.

Während bei „Face To Face“ bei 12 von 14 Titel der Hinweis: aus „Derrick“ oder „Der Alte“ erscheint, zwei Krimiserien die von 1976 bis nach dem Mauerfall auch in Ostdeutschen Wohnzimmern liefen, fehlt bei AMIGA verständlicherweise dieser Hinweis.

Ach ja, der AMIGA-Cover-Text von Werner Sellhorn ist inhaltlich (und bei den Zitaten sogar wortwörtlich) identisch mit dem Text auf der TELDEC-LP „Face to Face“ (beide COVER-Texte-Versionen findest Du unter den Bilder). Das TELDEC einen Text zu einem Interpreten rausgibt, ist auch nicht üblich. Bei „Die größten Erfolge“ gibt es jedenfalls keinen.

Hat man den „Oberen“ damals etwa „Die größten Erfolge“ als das „West-Original“ vorgelegt? Oder bewußt einen ähnlichen Namen zu einer anderen LP gewählt? Und warum wird Werner Sellhorn als Cover-Autor bei AMIGA angegeben, obwohl der Text so auch bei TELDEC steht? Viele Fragen, aber seht selbst.

Thomas Groß

 

 

Cover-Text (AMIGA)

Weit über tausend Minuten Filmmusik soll er schon komponiert haben; in der bundesdeutschen populären Musik gilt er als einer der erfolgreichsten seines Metiers – Frank Duval.

Ganz klein fing er an, nämlich als Mitglied des Kinderensembles im Theater am Kurfürstendamm. Eine dreijährige Ausbildung als Tänzer folgte. Zusammen mit seiner Schwester Maria bildete er ein Schlagerduo, löste sich von ihr und hatte viele Jahre lang als Sänger und Schauspieler an Theatern Erfolg. 1964 begann er damit, Musik zu komponieren. Es dauerte lange, bis er ernst genommen wurde und Kompositionsaufträge erhielt.

Der Durchbruch kam Mitte 1977: Für die Folge einer Krimi-Serie des Fernsehens hatte er Musik geschrieben, die beim Publikum ausgesprochen gut ankam, Musik – so seine BRD-Schallplattenfirma – „mit einem nervigen, intensiven Feeling, eine Mischung aus Pop und eingängiger Melodie, wie man sie bisher nur vielleicht von Jean-Michel Jarre oder The Alan Parsons Project her kannte“. Von da an ging es mit seiner Karriere bergauf.

Es gibt die Theorie, Filmmusik sei dann am besten, wenn man sie gar nicht merkt. Das trifft auf Frank Duval gewiß nicht zu. Seine Kompositionen schmeicheln sich ein, sind Ohrwürmer, dominieren die meist auf äußere Spannung beruhenden Filmhandlungen. Er sagt: „Ich versuche immer Musik dramaturgisch genau auf den Punkt zu arbeiten. Darüber hinaus versuche ich auch immer, eine Melodie zu finden, die merkfähig ist und sich im Unterbewußtsein des Zuschauers einprägt, gewisser-maßen als Leitmotiv für die Handlung.“

Auch unabhängig vom Film hatte Frank Duvals Musik Erfolg. Titel wie „Angel Of Mine“ und „Todesengel“ wurden zu Superhits.

Werner Sellhorn (1988)

Cover-Text (TELDEC)

Am 17. Juli 1977 flimmerte über die Mattscheiben des ARD-Fernsehens der Tatort-Krimi „Schüsse in der Schonzeit“. Gustl Bayerhammer jagte darin hinter einem Wilderer her, der in einen Mord verwickelt war und machte natürlich zum Schluß den Mörder dingfest. Aber die Fachleute faszinierte nicht nur die kriminalistische Handlung des Films, sondern da war noch etwas, was ihnen auffiel. Aus den Lautsprechern der Fernsehgeräte tönte eine Musik mit einem nervigen, intensiven Feeling, eine Mischung aus Pop und eingängiger Melodie, wie man sie bisher nur vielleicht von Jean Michel Jarre oder The Alan Parsons Project her kannte.

AIs dann im Nachspann der Name des Komponisten und Orchesterleiters vorbeilief, da konnte man lesen: FRANK DUVAL“.

Plötzlich erinnert man sich: da war doch der junge Mann, der einmal zusammen mit seiner Schwester Maria als Schlagerduo gefeiert wurde, der sich aber dann von seiner Schwester trennte und viele Jahre lang als Sänger und Schauspieler an Theatern erfolgreich war. Nun, immerhin hatte er diesen Beruf ja auch gelernt. Schon im Kindesalter war er Mitglied des Kinderensemble des Kurfürsten-Damm-Theaters und hatte anschließend sogar eine 3-jährige Ausbildung als Tänzer absolviert.

Aber FRANK DUVAL blieb nicht am Theater er wollte wieder zurück zur Musik, zu einer Musik, wie er sie sich vorstellte. So begann er 1964 damit, Musik zu komponieren. Er brauchte einige Jahre bis man den ehemaligen Schlagersänger ernst nahm aber dann kamen doch nach und nach zögernd die ersten Kompositionsaufträge für ihn. Bis dann schließlich nach vielen Jahren, mit den „Schüssen in der Schonzeit“ der echte Durchbruch kam.

Mit einem Schlag war FRANK DUVAL Deutschlands wohl meistbeschäftigter Filmkomponist. Er bearbeitete allein 35 Folgen der Serie „Der Alte“ und 44 Folgen von „Derrick“. Seine Musik war nicht nur irgendeine musikalische Begleitung. sie war dramaturgischer Bestandteil der Handlung, sie schuf Atmosphäre und sie versetzte den Zuschauer in die Stimmung der Handlung. „Ich versuche immer Musik dramaturgisch genau auf den Punkt zu arbeiten“ sagt FRANK DUVAL „darüber hinaus versuche ich auch immer, eine Melodie zu finden, die merkfähig ist und sich im Unterbewußtsein des Zuschauers einprägt, gewissermaßen als Leitmotiv für die Handlung“.

Mit dieser Konzeption hängt es wohl zusammen, daß Duvals Filmmusiken auch als Schallplatten, losgelöst von der Krimihandlung, zu Erfolgen wurden. Immer häufiger tauchte der Name FRANK DUVAL in den internationalen Hitparaden auf. Seine Superhits „Angel Of Mine“ oder „Der Todesengel“ sind uns allen unvergessen.
FRANK DUVAL hat inzwischen weit über tausend Minuten Filmmusik komponiert. Die schönsten Melodien daraus bringen wir auf dieser Platte.

Rückseite der TELDEC-LP Frank Duval – „Face To Face“

Titelliste

A1 – Face To Face – 4:20
(Duval/Maloyet)

A2 – Cry (For Our World) – 5:16
(Duval/Maloyer)

A3 – Love – 3:48
(Duval)

A4 – Schwarzer Walzer – 3:09
(Duval)

A5 – Autumn Dreams – 4:03
(Duval)

A6 – Love What’s Your Face – 4:30
(Duval/Maloyer)

A7 – Todesengel – 4:30
(Duval)

B1 – Angel Of Mine – 4:11
(Duval/Maloycr)

B2 – Stone Flowers – 4:10
(Duval)

B3- Feel Me – 3:53
(Duval/Maloycr)

B4 – Sky Train – 4:18
(Duval)

B5 – Mystic Love – 4:30
(Duval)

B6 – Song Of Theben – 3:41
(Duval)

B7 – Time To Make A Break Now – 4:12
(Duval/Maloycr)

bei Titel 6 und 10: Ingrid Kup (voc)

Übernahme von Teldec
Schallplatten GmbH, Hamburg/BRD

VEB DEUTSCHE SCHALLPLATTEN BERLIN DDR
Made in the German Democratic Republic
Foto: TELDEC
Gestaltung: Gerd Fortagne
Lithografie und Druck: VEB VMW „Ernst Thälmann“,
Werk Gotha-Druck
Ag 511/01/88/A Verpackung nach TGL 10609

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