oder: Was Du schon immer über AMIGA-Lizenz-Schallplatten wissen wolltest.

Earth, Wind & Fire – The Best Of (1981)

AMIGA 855788
(eigene Sammlung)

Covertext

Im Vorfeld des Erfolges von Earth, Wind & Fire steht nicht nur in biografischer. sondern auch in musikalischer Hinsicht die Entwicklung ihres Gründers und Leiters Maurice White. Bereits als Jugendlicher hatte er in Chicago eine feste Anstellung als Studio-Schlagzeuger. Später trommelte er drei Jahre lang im Trio des Pianisten Ramsey Lewis, dessen Musik aus dem Brückenschlag zwischen Hard Bop und Elemente populärer Musik – auch Rock-Themen wurden einbezogen – entstand. Doch Maurice White hatte vor, eine eigene Gruppe aufzubauen. die er 1971 unter dem Namen „Earth, Wind & Fire“ ins Leben rief. Schon in der Namenswahl – Erde, Wind und Feuer begegnen uns Synonyme für Naturgewalten bereits in der afrikanischen Mythologie – programmierte Maurice White seine Absicht, afroamerikanische Musiktraditionen breitflächig aufzuarbeiten. Doch die beiden in der Erstbesetzung vorgelegten Langspielplatten „Earth, Wind & Fire“ und „The Need Of Love“ blieben erfolglos und Maurice White entschloß sich zur Auflösung seiner Band. Die Resignation dauerte wenige Monate und Maurice entschloß sich zur Neugründung unter gleichem Namen in fast völlig veränderter und verjüngter Besetzung. Nur sein Bruder Verdine war als Bassist wiederum dabei.

Mit den LP „Last Days In Time“ (1972) und „Head To The Sky“ (1973) konnten sich Earth, Wind & Fire dann endlich durchsetzen und als Stammbesetzung kristallisierte sich heraus: Maurice White (voc, perc), seine Brüder Verdine (bg, voc, perc) und Fred (dr, perc), Philip Bailey (voc, perc), Larry Dunn (keyb, perc), Ralph Johnson (dr, perc), Al McKay (g, perc), Johnny Graham (g, perc) und Andrew Woolfolk (saxes, perc). Mit den folgenden Langspielplatten „Open Your Eyes“ (1974) und „That’s The Way Of The World“ (1975), mit der Nr.1-Single-Auskopplung „Shining Star“ hatten sich Earth, Wind & Fire dann endgültig zu einer Spitzenposition emporgearbeitet, die sie noch heute in den Kategorien Jazz Rock. Soul und Disco einnehmen. 1975 resümierte Maurice White „Man braucht immer viel Geduld am Anfang, besonders wenn man etwas Neues versucht. Wir brauchten viereinhalb Jahre dazu, aber jetzt ging der Zug endlich ab.“

Wie so oft bei musikalischen Entwicklungen verschiedenster Natur zu beobachten, realisierten auch die drei White-Brüder mit ihren Musikantenkollegen eine Mixtur, die aus ihrem persönlichen Umfeld hervorging. „Die Musik ist durch unsere Vergangenheit beeinflußt. Jazz, Rock, Soul und klassische Musik sind in ihr ebenso enthalten wie Gospelmusik.“ So umreißt es Maurice White. Bei Earth, Wind & Fire bedurfte es weniger einer vorwiegend intellektuell kalkulierten Fusion, wie sie bei vielen vorwiegend weißen Jazz Rock-Bands sowohl zu beobachten ist als auch von ihnen zugegeben wird. Maurice White stellte nie den Einfluß von Ramsey Lewis in Abrede, dessen Hard Bop-Orientierung zum Soul Jazz und damit zur Soul Music hindeutet und somit zur Funky-Spielweise, von der auch die Musik von Earth, Wind & Fire unüberhörbar zehrt.

Earth, Wind & Fire blieben auch nicht unbeeinflußt durch eine etwa ab 1974 von Philadelphia ausgehende Entwicklung, eine Art Soul-Ableger. die allgemein als Philly-Sound bezeichnet wurde und später in den weit gefaßten Umkreis der Disco Music einmündete. Dieser Einfluß zeigte sich bei Earth, Wind &Fire vor allem in der guten Tanzbarkeit ihrer Musik. Ihr verdankt die Gruppe ihre führende Position auch in der Sparte „Disco“ deren ungemein breites qualitatives Spektrum sie zweifellos mit anzuführen in der Lage sind.

Als Earth, Wind & Fire 1976 zur Produktion ihrer LP „Spirit“ sage und schreibe 38 Sessionmusiker hinzuzogen, hatten sie bereits ein Jahr zuvor mit ihrem Doppelalbum „Gratitude“, das drei Plattenseiten Konzertmitschnitte enthält, ihre live-Qualitäten, die bei ihren Auftritten noch durch eine perfekte und mitreißende Show komplettiert werden, überzeugend dokumentarisch festgehalten.

Aus diesem umfangreichen Schaffen stellen wir Ihnen einen repräsentativen Extrakt vor. Der erste große Erfolgstitel „Shining Start“ fehlt ebensowenig wie „Fantasy“ von der 1977 eingespielten LP „All In All“ oder „Singasong“ aus „Gratitude“ oder „September“ des Jahres 1978. Eingeleitet wird diese Zusammenstellung durch ein Beatles-Thema im Soul-Gewand: „Got To Get You Into My Live“.

Ulrich Gnoth (1981)

Titelliste

A1 – Got To Get You Into My Life – 4:03
(J. Lennon / P. McCartney)

A2 – Fantasy – 3.46
(M. White / E. del Barrio / V. White)

A3 – Can’t Hide Love – 4:11
(S. Scarborough)

A4 – Love Music – 3.55
(S. Scarborough)

A5 – Getaway – 3:46
(B. Taylor / P. Cor)

B1 – That’s The Way Of The World – 5:47
(M. White / V. White / C. Stepney)

B2 – September – 3:37
(M. White / A. McKay / A. Willis)

B3 – Shining Star – 2.50
(M. White / P. Dunn)

B4 – Reasons – 5:01
(M. White / P. Bailey / C. Stepney)

B5 – Singasong – 3:23
(M. White / A. McKay)

Übernahme von CBS Records International

Schallplatte und Abtastnadel von Staub freihalten.
Schallplatten entweder senkrecht stehend
oder auf ebener Unterlage bis zu 20 Stück
übereinanderliegend aufbewahren.
Umgebungstemperaturen über +35 °C vermeiden.

VEB DEUTSCHE SCHALLPLATTEN BERLIN DDR
Made in German Democratic Republic

Gestaltung CBS
Lithografie und Druck: VEB Gotha Druck
Ag 511/1/81
Verpackung nach TGL 10609

30.01.2022 – veröffentlicht
Schnellauswahl
Born on this day
30. September 2022
1905 Michael Powell
1921 Deborah Kerr
1931 Angie Dickinson
1937 Johnny Mathis
1941 Stephanie Cole
1943 Ian Ogilvy
1947 Marc Bolan
1947 Rula Lenska
1950 Victoria Tennant
1954 Lesley Beach
1961 Eric Stolz
1980 Martina Hingis
Abrufstatistik
  • 2248Seitenabrufe letzte Woche:
  • 120661Besucher insgesamt:
  • 247785Seitenabrufe:
  • 6. Mai 2017seit dem: