{"id":664,"date":"1988-12-31T23:59:51","date_gmt":"1988-12-31T22:59:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amiga-lps.de\/?p=664"},"modified":"2022-02-20T23:32:25","modified_gmt":"2022-02-20T22:32:25","slug":"solomon-burke-king-of-rhythm-soul-1988","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/solomon-burke-king-of-rhythm-soul-1988\/","title":{"rendered":"Solomon Burke &#8211; King Of Rhythm &#038; Soul (1988)"},"content":{"rendered":"<p>AMIGA 856319<br \/>\n(1 Exemplar &#8211; eigene Sammlung)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-664 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/solomon-burke-king-of-rhythm-soul-1988\/856319_burke_f\/'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_f-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" loading=\"lazy\" aria-describedby=\"gallery-1-666\" srcset=\"https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_f-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_f-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_f.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-666'>\n\t\t\t\tAMIGA 8 56 319 Cover\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/solomon-burke-king-of-rhythm-soul-1988\/856319_burke_r\/'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_r-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" loading=\"lazy\" aria-describedby=\"gallery-1-665\" srcset=\"https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_r-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_r-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.amiga-lps.de\/wp-content\/uploads\/856319_burke_r.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-665'>\n\t\t\t\tAMIGA 8 56 319 R\u00fcckseite\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<h2>Covertext<\/h2>\n<p>Als er, angetan mit goldener Krone und k\u00f6nigsblauem Mantel, im Rahmen des Soul-Festivals 1987 auf die B\u00fchne der Werner Seelenbinder-Halle schritt, f\u00fchlte nach wenigen Sekunden wohl jeder die Hoch-Spannung, die von diesem Mann ausging. Hier wurde nicht leeres Show-Gepr\u00e4nge vorgef\u00fchrt, sondern eine lebendige Botschaft verk\u00fcndet. Zu begreifen, ja f\u00fcr die zur Rampe Vordr\u00e4ngenden fast mit H\u00e4nden zu greifen war, da\u00df auch der S\u00e4nger \u00e4u\u00dferst unterhaltsamer und z\u00fcndender Lieder in der schwarzen Gemeinschaft eine priesterliche Rolle spielt. Da\u00df dieser heute 50j\u00e4hrige Zweieinhalbzentnerkolo\u00df sich schon mit neun Jahren als Chorsolist in der seiner Familie geh\u00f6renden Kirche bew\u00e4hrte, als 12j\u00e4hriger eine eigne Gospel-Radiosendung \u201eSolomon&#8217;s Temple&#8220; betreute und als \u201eWonder Preacher Boy&#8220; auf Tournee ging, wurde sinnlich nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Solomon Burke, 1936 in Philadelphia als \u00e4ltestes von sieben Kindern geboren, begann 1955 f\u00fcr das kleine New Yorker Label Apollo mit Schallplattenaufnahmen, mit religi\u00f6sen und weltlichen Liedern im dr\u00f6hnenden, gospelgetr\u00e4nkten Stil Roy Hamiltons, den auch Elvis Presley bewunderte. Schon in diesem Alter hatte Burke eine v\u00f6llig ausgereifte und kontrollierte Stimme von gro\u00dfem Umfang und erstaunlicher Nuancierungsvielfalt. Nun befand sich aber gerade der Rock&#8217;n&#8217;Roll auf seinem landesweiten Siegeszug, nicht zuletzt beim jungen schwarzen Publikum, nicht zuletzt dank Chuck Berrys, Fats Dominos und Little Richards Songs. Und so war es f\u00fcr einen durchgreifenden Erfolg der vom Gospel herkommenden S\u00e4nger Ray Charles, James Brown und eben Burke noch ein wenig zu fr\u00fch. Erst 1959, als der Rock&#8217;n&#8217;Roll eine Atempause einlegen mu\u00dfte, wurde eine nennenswerte \u00d6ffentlichkeit der musikalischen Revolution gewahr, die sich in Liedern wie \u201eLonely Teardrops&#8220; von Jackie Wilson, \u201eWhat&#8217;d I Say&#8220; von Ray Charles oder \u201eShout&#8220; von den Isley Brothers anbahnte.<\/p>\n<p>Bei dieser Revolution handelte es sich kurzgesagt um die \u00dcbertragung gottesdienstlicher Gesangsweisen &#8211; wie des ekstatischen Shout-Stils der S\u00e4nger-Priester oder des Wechselspiels (call and response) zwischen dem Solisten und der Gemeinde &#8211; auf die Gestaltung von Pop-Titeln. Und damit bekam auch Burke seine Chance, und zwar bei dem auf schwarze Musik orientierten \u201eunabh\u00e4ngigen&#8220; Label Atlantic, bei dem durch den Weggang von Ray Charles eine schmerzliche L\u00fccke entstanden war. Nach einem milden Start trabte Burke 1961 mit \u201eJust Out Of Reach&#8220; auf einen vorderen Platz in den schwarzen Charts und tauchte auch in den wei\u00dfen in den Top 40 auf. Da\u00df hier ein Schwarzer einen wei\u00dfen Country-Song sang, war so wenig seltsam, wie die umgekehrte Richtung bei Presley. Diesen Austausch von Repertoire und einigen damit verbundenen Intonationseigent\u00fcmlichkeiten hatte es im S\u00fcden bei den unteren sozialen Schichten schon sehr, sehr lange gegeben, l\u00e4nger jedenfalls, als es den Anh\u00e4ngern des Entweder-Oder lieb ist. Dar\u00fcber hinaus dachte Burke als Vertreter einer jungen Generation nicht daran, auf die mitrei\u00dfenden Erfahrungen des Rock&#8217;n&#8217;Roll zu verzichten. Und so mischte er sich einen ganz pers\u00f6nlichen Stil zurecht, den er \u201eRock&#8217;n&#8217;Soul&#8220; nannte.<\/p>\n<p>Mit \u201eCry To Me&#8220; und \u201eIf You Need Me&#8220;, einem Lied von Wilson Pickett, erzielte Burke noch gr\u00f6\u00dfere Erfolge und lieferte damit in den n\u00e4chsten zwei Jahren die wichtigsten Beitr\u00e4ge zur Formierung der Soul-Musik. Vor James Brown, Aretha Franklin oder Otis Redding. 1965 schaffte er Spitzenpl\u00e4tze mit \u201eGot To Get You Off My Cloud&#8220; und mit \u201eTonight&#8217;s The Night&#8220;. Wichtig war daran ebensosehr, da\u00df Burke auch das wei\u00dfe Publikum erreichte, wie, da\u00df er es ohne k\u00fcnstlerische Kompromisse erreichte. Denn er f\u00fcgte seine bald leidenschaftliche, bald melodisch bet\u00f6rende Predigerstimme einem authentischem Soul-Sound ein, manchmal im Tempo geradezu schmerzhaft gedehnt (\u201eIf You Need Me&#8220;), von Chor-Aufschreien und Bl\u00e4ser-Einw\u00fcrfen zerschnitten, mit h\u00e4mmernden Klavier-Akkorden unterlegt oder auch mit koketter Ornamentik garniert, von der rebellischen Gegenlinie der Gitarre st\u00e4ndig herausgefordert.<\/p>\n<p>Burkes Botschaft zielte (und zielt) aufs allgemeine Menschliche, Liebe war (und ist) ihr Schl\u00fcssel- und Zauberwort. Liebe ganz k\u00f6rperlich &#8211; aus zwei Ehen hat das geistliche Oberhaupt von 161 Baptisten-Gemeinden 21 Kinder -, aber doch wohl auch als Solidarit\u00e4t. \u201eDieses Mal werden wir gewinnen &#8230; und wenn es die ganze Nacht dauern sollte&#8220;, hei\u00dft es auf unsrer Platte in \u201eHere We Go Again&#8220;. Die programmatischen Lieder kamen in den 60er Jahren, als der Kampfgeist, aber auch die Illusionen der US-amerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegung sich in ihrem Zenit befanden, von anderen Soul-Br\u00fcdern und -Schwestern, \u201eRespect&#8220; von Otis Redding und Aretha Franklin, \u201eSay lt Loud &#8211; I&#8217;m Black And I&#8217;m Proud&#8220; von James Brown, \u201eA Change Is Gonna Come&#8220; von Sam Cooke. Aber der von Natur aus eher der vers\u00f6hnlichen Konzeption Martin Luther Kings zuneigende Burke nahm sie doch vorbehaltlos&nbsp;auf.<\/p>\n<p>Deshalb w\u00e4hlte er ganz bewu\u00dft als Motto f\u00fcr sein Comeback, das 1984 mit der LP \u201eSoul Alive&#8220; begann und 1986 Europa erreichte, Cookes Verm\u00e4chtnis, ja spitzte es im Text sogar politisch zu. Diese siebeneinhalb Minuten dauernde Soul-Ansprache von \u201eA Change Is Gonna Come&#8220; ist nicht nur jedesmal ein H\u00f6hepunkt in Burkes Auftritt, sondern auch das wohl st\u00e4rkste St\u00fcck auf dieser Platte. Den Kontrapunkt dazu bildet der zweite Klassiker, den sie enth\u00e4lt, \u201eWhen A Man Loves A Woman&#8220;, 1966 auf Atlantic ein Hit f\u00fcr Percy Sledge. Zwischen diesen beiden gedanklichen wie seelischen Polen sind die neuen Songs eingependelt. Von ihnen hofft Burke, da\u00df sie sich am Feeling der alten Titel messen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch nicht um die Duplizierung vergangener Kl\u00e4nge geht es ihm, und die neuen teils mehr rockigen (\u201eGot To Get Myself Some Money&#8220;, \u201eDon&#8217;t Tell Me&#8220;, \u201eHere We Go Again&#8220;), teils eher popballadesken (\u201eLove Buys Love&#8220;, \u201eLet It Be You And Me&#8220;, \u201eLove Is All That Matters&#8220;, \u201eIt Don&#8217;t Get No Better Than This&#8220;) lassen daran keinen Zweifel. Noch immer geht es ihm einzig um das, was er uns mitzuteilen hat mit einer Stimme, die zugleich weise geworden und jugendfrisch geblieben ist.<\/p>\n<address>Wolfgang Tilgner (1988)<\/address>\n<h2>Titelliste<\/h2>\n<p>A1 &#8211; Love Buys Love &#8211; 5:05<br \/>\n(Paul Kelly)<\/p>\n<p>A2 &#8211; Got To Get Myself Some Money &#8211; 4:56<br \/>\n(Solomon Burke)<\/p>\n<p>A3 &#8211; Let It Be You And Me &#8211; 3:04<br \/>\n(Paul Kelly)<\/p>\n<p>A4 &#8211; Love Is All That Matters &#8211; 3:17<br \/>\n(Dan Penn &amp; Spooner Oldham)<\/p>\n<p>A5 &#8211; Don&#8217;t Tell Me What A Man Won&#8217;t Do For A Woman &#8211; 4:06<br \/>\n(Jimmy Lewis)<\/p>\n<p>B1 &#8211; A Change Is Gonna Come &#8211; 7:33<br \/>\n(Sam Cooke)<\/p>\n<p>B2 &#8211; Here We Go Again &#8211; 6:46<br \/>\n(Solomon Burke)<\/p>\n<p>B3 &#8211; lt Don&#8217;t Get No Better Than This &#8211; 4:03<br \/>\n(Dan Penn &amp; Spooner Oldham)<\/p>\n<p>B4 &#8211; When A Man Loves A Woman &#8211; 3:23<br \/>\n(Calvin Lewis &amp; Andrew Wright)<\/p>\n<p>Solomon Burke (vocals)<br \/>\nRenard Poch\u00e9 (guitars)<br \/>\nCraig Wroten (keyboards)<br \/>\nDavid Barard (bass)<br \/>\nHerman Ernest III (drums and percussion)<br \/>\nBill ,Foots&#8216; Samuel (saxes)<br \/>\nTerry Tullos (trumpet)<br \/>\nErnie Gautreau (trombone)<\/p>\n<p>rec. August bis Oktober 1985<\/p>\n<p>\u00dcbernahme von Zensor Musikproduktion GmbH\/Rounder Records,<br \/>\nBoston Massachusetts, U.S.A.<\/p>\n<p>VEB DEUTSCHE SCHALLPLATTEN BERLIN DDR<br \/>\nMade in the German Democratic Republic<\/p>\n<p>Fotos: Bernd Lammel\/Manfred Krause<br \/>\nGestaltung. Bernd Sebald<br \/>\nLithografie und Druck: VEB VMW \u201eErnst Th\u00e4lmann&#8220;,<br \/>\nWerk Gotha-Druck<br \/>\nAg 511\/01\/88 A Verpackung nach TGL 10609<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AMIGA 856319 (1 Exemplar &#8211; eigene Sammlung)<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":666,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41,150,149],"tags":[153,152,154,151],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=664"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1746,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664\/revisions\/1746"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=664"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=664"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amiga-lps.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=664"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}