oder: Was Du schon immer über AMIGA-(Lizenz-)Schallplatten wissen wolltest.

Kenny Rogers – Greatest Hits (1983)

AMIGA 856003
(1 Exemplar – eigene Sammlung)
(2 Exemplare für Tausch)

Covertext

Geboren am 21. August 1938 in Houston, Texas. Als eines von acht Kindern kam er durch Kirchenchor und häusliches Musizieren zur Musik. Später, auf der Highschool, war er Baßgitarrist einer recht erfolgreichen Schülerband. Mit 19 legte Kenny, der sich damals noch ,Rodgers‘ schrieb, sein Diplom für Musik und Kunst ab und tingelte dann als Pianist in einem Jazz-Trio über sechs Jahre kreuz und quer durch die USA – mit mäßigem Erfolg.

1966 nutzte er eine günstige Chance und wurde Bassist mit Tenorstimme bei der bekannten Folk-Gruppe ,New Christy Minstrels‘. Ein Jahr blieb er dabei und anschließend gründete er eine eigene Band, die ,First Edition‘. Hier vereinte sich ein frischer, der modernen Folkmusik verwurzelter, Gesangsstil mit aktuellen Rock-Tendenzen. In dieser Besetzung ging es nun steil bergan. Höhepunkt für ,Kenny Rogers & First Edition‘ waren die beginnenden 70er Jahre, später kriselte es und 1976 wurde die Band aufgelöst.

Vorübergehend war Kenny Rogers am Musikgeschäft recht uninteressiert, aber schon 1977 gelang ihm mit ,Lucille‘ ein neuer Hit, der alles bisherige in den Schatten stellte – er wurde bester Countrysänger des Jahres in den USA.

Seitdem gehört er zur ersten Reihe der Country-Szene und führte fast jährlich die einschlägigen Hitparaden an.

Kenny Rogers arbeitet bei seinen Studio-Aufnahmen mit den führenden Musikern der amerikanischen Pop-, Folk- und Country-Szene zusammen. Ob es der Schlagzeuger von Art Garfunkel oder der Perkussionist von Joe Cocker und Billy Preston ist, ob der Gitarrist von Herbie Hancock oder gar Lionel Richie als Backgroundsänger persönlich. Diese Perfektion des musikalischen Handwerks und vor allem aber seine etwas brüchige Stimme, die unter Tausenden herauszuhören ist und die immer etwas von der warmherzigen Ausstrahlung dieses Typs vermittelt – das alles sind Gründe für den Erfolg von Kenny Rogers.

 

Lucille

In einer Kneipe in Toledo gegenüber dem Busbahnhof
auf einem Barhocker nahm sie ihren Ring ab.
Ich dachte mir, ich gehe mal hin,
deshalb schritt ich hinüber zu ihr.
Ich setzte mich und fragte sie nach ihrem Namen.
Als die Drinks bei ihr schließlich wirkten, sagte sie:
„Ich bin eigentlich keine, die gleich davonläuft,
aber ich habe jetzt endlich aufgehört, nur in Träumen zu leben.
Ich bin hungrig nach Lachen, und nach allem bin ich nun auf der
Suche, nach allem, was das andere Leben bringt.“

Im Spiegel sah ich ihn, und ich betrachtete ihn aufmerksam.
Mir fiel auf, daß er aussah, als gehöre er nicht hierher.
Er kam zu der Frau heran, die da neben mir saß,
und er hatte einen eigenartigen Gesichtsausdruck.
Seine großen Hände waren voller Schwielen. Er sah aus wie ein Berg.
Für eine Minute dachte ich schon, mit mir sei es aus.
Doch da begann er am ganzen Körper zu zittern, sein großes Herz brach.
Er wandte sich zu der Frau und sagte:

„Du hast dir einen schönen Zeitpunkt ausgesucht, mich zu verlassen, Lucille,
mit vier hungrigen Kindern und der Ernte noch auf dem Halm.
Ich hatte schon ein paar schlimme Zeiten,
habe ein paar traurige Zeiten durchgemacht,
diesmal aber wird der Schmerz, den du mir zufügst, nicht mehr heilen.
Du hast dir einen schönen Zeitpunkt ausgesucht, um mich zu verlassen, Lucille.“

Nachdem er gegangen war, bestellte ich noch mehr Whisky.
Ich dachte darüber nach, wie sie es fertiggebracht hatte, ihn so kleinzukriegen.
Von den Lichtern der Kneipe bis in ein gemietetes Hotelzimmer
gingen wir, ohne auch nur ein Wort zu reden.
Sie war eine Schönheit, und als sie zu mir kam,
muß sie gedacht haben, ich hätte den Verstand verloren.
Ich konnte sie nicht umarmen, denn die Worte,
die er ihr gesagt hatte, kamen mir immer wieder in den Sinn:
„Du hast dir einen schönen Zeitpunkt ausgesucht, mich zu verlassen …

 

Reuben James

Die Leute in Madison County sagten nicht viel Gutes über dich.
War irgendwo etwas geklaut worden oder ansonsten etwas
passiert – Reuben James war Schuld.

Als aber Floria Gey, die größte Schlampe von Madison County,
starb, und ein hungriges Kind hinterließ, warst du der einzige,
der sich darum kümmerte, obwohl es ein weißes Kind war, und
deine Haut war schwarz.

Reuben James – buntbedrucktes Hemd und schwielige Hände am Pflug,
immer voller verrückter Ideen, mit einer großen Seele und immer
einer Flasche in der Rechten – so sehe ich dich heute noch vor mir.
An einem wolkenverhangenen Tag brachten sie dich vom Feld getragen.
An deinen schmucklosen Sarg kamen außer mir nur ein Pfarrer und
der Regen, um ein letztes Lied zu singen für Reuben James.

 

Long Arm Of The Law
(Der lange Arm des Gesetzes)

Irgendwo in Kentucky: Sie – Mary Anne – Tochter eines einfluß-
reichen Richters, er – Billy – Bergarbeitersohn.
Trotz elterlicher Ratschläge hält sie zu ihm. Ihr Vater tobt und
droht, Billy „in die Wüste“ zu schicken, wie er es schon mit 100
anderen tat.

Mary Anne erwartet ein Kind. Das Baby kommt in einer stickigen Berg-
arbeiterhütte zur Welt. Als Billy das kleine Ding zum ersten Mal
im Arm hält, wird die Tür aufgerissen und ‚der lange Arm
des Gesetzes‘ steht dem jungen Vater Aug‘ in Aug‘ gegenüber:

„Nein, man kann nicht vor dem langen Arm
des Gesetzes davonlaufen.
Man kann sich zwar eine Weile vor ihm verstecken,
aber man kann nicht vor dem langen Arm des Gesetzes
davonlaufen.“

Es schien, als ob an diesem Tag halb Kentucky in den Gerichtssaal
gekommen wäre, um die Verhandlung gegen Billy mitzuerleben. Mary
Anne war gekommen, mit dem Kind auf dem Arm. Der Richter trat ein,
nahm die Bibel zur Hand und sah Billy lange an. Dann verkündete er:

„Ich verurteile dich zu lebenslänglich –
mit Mary Anne!“

 

The Gambler
(Der Spieler)

Ich saß während einer öden und todlangweiligen Zugfahrt mit einem
Spieler im Abteil. Nach einer Zeit des Schweigens fing er an
zu reden, erzählte mir seine Lebensgeschichte, und für einen Schluck
aus meiner Whiskyflasche gab er mir ein paar Ratschläge:

„Du mußt wissen, wann du warten mußt,
du mußt wissen, wann du gehen mußt,
du mußt wissen, wann du wegrennen mußt,
und vor allem –
zähle nie am Tisch dein Geld, später
wirst du noch genug Zeit dazu haben.“

 

Coward Of The County
(Feigling des ganzen Kreises)

Er galt als der größte Feigling der Umgebung, und die Leute nannten
ihn ,Yellow` (gelb = feige). Als er zehn war, starb sein Vater im Gefängnis.
Vaters letzte Worte zu Tommy waren:

„Versprich mir, daß du nicht solche Dinger drehst wie ich.
Geh Ärger aus dem Weg, wenn du kannst –
man muß sich nicht prügeln, um ein Mann zu sein.“

Ich kümmerte mich jetzt um den Jungen, denn er war der Sohn meines Bruders.
Tommy’s große Liebe war Becky. Eines Tages fielen die Typen aus dem
Spiellokal zu dritt über Becky her. Als Tommy von der Arbeit kam, sah
er, was sie mit dem Mädchen angestellt hatten, er sah das zerrissene
Kleid, Beckys leeren Blick.

Als er zu den Spielern in die Kneipe rannte, dachte er immerzu an
die Worte seines Vaters. Zuerst lachten sie und hänselten ihn, als er
aber die Tür hinter sich abschloß, hätte man eine Nadel fallen hören
können. Tommy rechnete ab mit 20 Jahren voller Beleidigungen, und er
teilte alles aus. Keiner der Jungs stand mehr auf den Beinen, als er die
Kneipe verließ, und ich hörte ihn sagen:

„Papa, manchmal muß man kämpfen, wenn man ein Mann ist.“

Volkmar Andrä (1983)

Titelliste

A1 – Lucille – 3:36 (P) 1977
Komposition: R. Bowling
Text: H. Bynum

A2 – You Decorated My Life – 3:345 (P) 1979
Komposition: D. Hupp
Text: B. Morrison

A3 – Reuben James – 2:36 (P) 1977
Komposition: A. Harvey
Text: B. Etris

A4 – Love The World Away – 3:09 (P) 1980
Komposition: B. Morrison
Text: J. Wilson

A5 – Every Time Two Fools Collide – 2:58 (P) 1978
Komposition: J. Dyer
Text: J. Tweel
Duett mit Dottie West

A6 – Long Arm Of The Law – 4:16 (P) 1980
Komposition: R. Bowling
Text: B. E. Wheeler

B1 – The Gambler – 3:27 (P) 1978
Komposition und Text: D. Schlitz

B2 – Lady -3:50 (P) 1980
Komposition und Text: Lionel Richie, Jr.

B3 – Don’t Fall In Love With A Dreamer – 3:37  (P) 1980
Komposition: Kim Carnes
Text: D. Ellingson
Duett mit Kim Carnes

B4 – Coward Of The County – 4:19 (P) 1979
Komposition: R. Bowling
Text: B. E. Wheeler

B5 – She Believes In Me – 4:09 (P) 1978
Komposition und Text: S. Gibb

Arrangements: Bill Justis
Titel 3: Billy Sherill
Titel 8: Gene Page

Übernahme von EMI Records Limited,
London/England

VEB DEUTSCHE SCHALLPLATTEN BERLIN DDR
Made in German Democratic Republic
Gestaltung: EMI
Lithografie und Druck: VEB Gotha-Druck
Ag 511/01/83/A Verpackung nach TGL 10609

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